Geschichten aus der Wurfkiste

Sonntag, 27.02.05

Nun sind wir schon fast 14 Tage alt, allerhöchste Zeit also, dass wir uns mal vorstellen. Wir , das sind Alma, Anno, Anni, Alpia und Akki. Unsere Mama ist die Cara, und der haben wir am 15. Fetruar eine ganz schön unruhige Nacht bereitet.
Da ist es uns mitten in der Nacht nämlich endgültig zu eng bei ihr im Bauch geworden und wir wollten raus. Das hat auch geklappt, wenigstens bei Alma. Um 3:28 Uhr hatte sie es geschafft, wir anderen hatten es nicht ganz so eilig. Aber zur besten Frühstückszeit waren wir auch soweit und nach dem Motto "Morgens halb zehn in der Wurfkiste" waren wir fünf dann komplett. War ein ganz schönes Stück Arbeit für unsere Mama, Abnabeln, Sauberlecken und gleich ab zum Füttern. Hat sie aber alles prima hingekriegt und seitdem geht es uns richtig gut. Wir haben einen geregelten Tagesablauf, schlafen, futtern, schlafen, futtern ... echt prima. Aber was sollen wir sonst auch schon groß machen? Hören können wir noch nicht und unsere Augen sind auch noch zu. Bloß gut, dass wir schon unser Fell haben. Sonst würden uns unsere Gasteltern gar nicht auseinanderhalten können. Aber so haben sie schon eine kleine Chance. Pia mit ihrem kleinen Nackenfleck und Anni mit ihrer breiten Blässe sind schon gut zu erkennen und auch wir anderen haben so unsere kleinen Besonderheiten, man muß nur genau hinschauen. Jetzt müssen wir aber Schluß machen, denn gerade kommt unsere Mama in die Wurfkiste und dann geht's an den "Zapfhahn". Und wer da zu spät kommt, der hat ein Problem und muß ganz schön kämpfen. Egal, anschließend können wir ja wieder ausschlafen.



Sonntag, 13. März 2005

Die letzten Tage waren ganz schön aufregend und anstrengend. Jeden Tag gibt es etwas Neues. Das Tollste ist, dass wir jetzt sehen können. Als wir zwölf Tage alt waren, haben sich unsere Augen geöffnet, zunächst nur einen ganz kleinen Spalt breit, aber der wurde von Tag zu Tag größer. Und jetzt können wir schon ganz gut erkennen, was so um uns herum los ist. Vor allem können wir jetzt viel besser unterscheiden, in welche Richtung wir laufen müssen, um zur Mama zu kommen (ohne uns unterwegs die Schnauze an so einer doofen Bretterwand zu stoßen).
Und überhaupt: Laufen. Das ist ja eine ganz spannende Angelegenheit. Anfangs standen wir ja total wackelig auf unseren Beinchen und sind nach dem Aufstehen sofort wieder hingefallen, aber inzwischen sind wir schon richtig gut.
Was auch schon ganz gut klappt, ist das Bellen. Man muß ja schließlich auf sich aufmerksam machen. Aber beides verträgt sich irgendwie nicht miteinander. Wir verstehen zwar überhaupt nicht, warum es uns beim Bellen immer regelrecht von den Pfoten haut, aber vielleicht müssen wir nur einfach üben. Alma versucht es ja immer wieder, stehen und gleichzeitig bellen. Aber sie wirft beim Bellen immer den Kopf so zur Seite, dass sie völlig aus dem Gleichgewicht gerät und umfällt, als hätte der Blitz sie getroffen. Sie ist dann immer total ärgerlich und grantelt vor sich hin (aber vorsichtshalber doch im Liegen).
Bis jetzt sind wir ja alle bei unserer Mama satt geworden. Aber als wir drei Wochen alt waren, hat uns unsere Ersatz-Mama mit einem Schälchen Milch überrascht. Da war sozusagen Picknick angesagt. Wir sind vor unserer Kiste rumgelaufen und durften nacheinander mal an das Schälchen und probieren. Aber ehrlich: Zuerst wußten wir garnicht, was diese Frau da eigentlich von uns wollte. Anno hat sich aber gar nicht beirren lassen, hat witer Laufen geübt und ist natürlich voll in die Schüssel getappt. Wir anderen haben erstmal etwas orientierungslos an dem Schälchen rumgeleckt, bis wir geschnallt hatten, dass es eigentlich in dem Schälchen spannend wird. Alpia hat dann auch gleich ihren Kopf vor lauter Begeisterung bis zur Nase in die Milch getunkt, aber dann kam unsere Mama dazu und hat uns gezeigt, wie man´s macht. Das Schälchen haben wir dann auch ruckzuck leer gemacht. Auf ex sozusagen. Aber glücklicherweise gab es dann doch noch einen Nachschlag. Von der ganzen Aufregung und Anstrengung waren wir danach natürlich völlig fertig und mußten erstmal ausgiebig schlafen.
Morgen soll es wieder etwas anderes zu essen geben, Tartar oder so ähnlich. Muß wohl lecker sein, als unsere Mama das hörte, hat sie sich jedenfalls die Schnauze geleckt.




Sonntag, 27.3.05


Mama ist echt klasse. Man kann bei ihr nicht nur satt werden, sondern auch noch prima mit ihr spielen. Dann liegt sie auf dem Rücken und wir stürzen uns alle auf sie und turnen über sie hinweg. Gut, dass sie so geduldig ist. Auch wenn wir mal kneifen, wird nicht geschimpft. Gestern haben wir es aber wohl doch zu doll getrieben. Mitten in der schönsten Balgerei ist sie abgehauen und zu unserer Ersatzmama auf die Bank gesprungen. Von dort hat sie uns angeschaut, als wollte sie sagen: Hoffentlich lasst ihr mich bald mal in Ruhe!
Inzwischen müssen wir auch nicht mehr dauernd in unserer Wurfkiste bleiben, sondern dürfen schon ab und zu nach draussen. Da können wir auf der eingezäunten Terrasse nach Herzenslust herumtoben. Jede Menge Spielzeug gibt es da auch, aber am meisten Spaß macht es immer noch, mit den Geschwistern herum zu balgen. Dabei müssen wir natürlich auch ordentlich knurren und bellen, das hört sich echt gefährlich an. Ist aber nur Spaß; wir tun nichts, wir wollen nur spielen. Ehrlich.
Unsere Mahlzeiten sind schon richtig abwechslungsreich geworden. Mama ist zwar immer noch erste Adresse, aber es gibt ja noch jede Menge anderer Leckereien. Milchpulver, frisch angerührt mit einem ordentlichen Schlag Frischkäse dadurch. Mmmmh, himmlisch. Was auch nicht schlecht ist: Eingeweichtes Trockenfutter. Da kann man aber schon mal Pech haben wenn man einen Brocken erwischt, der noch nicht richtig durchgeweicht ist. Da hat man dann richtig dran zu kauen. Und in der Zwischenzeit haben die anderen dann schon kaum noch etwas übrig gelassen. Echt ärgerlich.
Das allergrößte ist aber Welpenfutter aus der Dose. So klasse, dass man sich am liebsten reinlegen würde, wenn es denn mal anständige Portionen davon geben würde. Aber nein! Nur weil wir davon angeblich zu schnell wachsen, dürfen wir nur ab und zu einen kleinen Happen. Zu doof, nichts darf man.
Jetzt muss ich aber Schluss machen. Unsere Ersatzmama hat gesagt, dass wir jetzt mit dem Auto fahren. Das müssten wir schließlich auch lernen, meint sie. Na, wir sind jedenfalls gespannt. Nur was der Wäschekorb bedeuten soll, verstehen wir überhaupt nicht. Wir werden doch wohl schön auf dem Arm gehalten werden, damit wir auch aus dem Fenster gucken können.